Wie stelle ich mein Projekt professionell vor? Tipps und Tricks für jedermann.

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  • Wie stelle ich mein Projekt professionell vor? Tipps und Tricks für jedermann.

    25 Mai 2015 2

    Kurt Tucholsky sagte: "Wer auf andere Leute wirken will, der muss erst einmal in ihrer Sprache mit ihnen reden."

    Diese Feststellung beschreibt gut, wie jede Art von Werbung hinsichtlich des zu erreichenden Lesers bzw. Kunden ausgelegt werden sollte. Ein Projekt kann noch so viel Inhalt bieten, mit zig Plugins aufwarten und ein kreatives Design aufweisen, wenn beim Besucher nicht der sprichwörtliche Funke überspringt, wird das Projekt nicht optimal präsentiert und wahrgenommen.

    Doch wie kann man seine Plattform professionell vorstellen, wie gestaltet sich die Planung und was gilt es zu beachten? Antworten und Vorschläge auf diese Fragen werde ich mit den nächsten beiden Abschnitten vorlegen.



    I. Die 7 Stufen der Entstehungsphase


    1. Die Planung
    Noch bevor überhaupt etwas geschrieben wird, sollte man sich fragen, welche Botschaft man vermitteln will, wen man neugierig machen möchte und was im Vordergrund einer Präsentation steht. Ohne klares Konzept wirkt jede Vorstellung unstrukturiert und wenig einladend. Im Zentrum sollten dabei diese vier Fragen stehen:
    • Was möchte ich vorstellen?
    • Welche Inhalte, Punkte oder Angebote sind so wichtig und/oder interessant, dass sie der Leser erfahren muss?
    • Durch was hebt sich meine Plattform/mein Service vom Angebot anderer Seiten ab?
    • Wen möchte ich mit meiner Vorstellung erreichen, welche Leser/Mitglieder/Kunden wünsche ich mir?


    2. Der Inhalt
    Nachdem die Kernpunkte der Planungsphase klar sind, wird der Inhalt erst einmal grob zusammengestellt. Hierbei wird alles notiert, was in den Text soll, Stichworte reichen aus. Ziel ist es, dass man auf dieser Stufe festlegt, wie man den späteren Text inhaltlich anlegt, um am Ende nicht festzustellen, dass etwas fehlt.


    3. Die Struktur
    Wenn die einzelnen Stich- und Schwerpunkte notiert sind, werden diese inhaltlich strukturiert, d.h., was soll zuerst angeführt werden, was folgt usw. Dabei gilt, man sollte auf die inhaltliche Wertigkeit achten. Anders formuliert: Alles, was wichtig ist, kommt nach oben, weniger wichtige Punkte kann man sich für den Schluss aufheben. Der Leser muss jederzeit den sprichwörtlichen roten Faden wahrnehmen, um darüber den Eindruck textueller Logik und Nachvollziehbarkeit zu erkennen. Man kann sich auf dieser Stufe am AIDA-Modell von Elmo Lewis orientieren:

    A(ttention): Aufmerksamkeit beim Leser/Kunden erzielen (z.B. durch ein Bild, eine provokante Frage, Aufforderung...)

    I(nterest): Das Interesse beim Leser/Kunden durch gezielte Werbung schüren (z.B. konkrete Vorteile nennen, einen Mehrwert skizzieren...)

    D(esire): Der Wunsch des Lesers/Kunden, das Produkt zu besitzen bzw. sich auf der Plattform zu registrieren (z.B. durch direkte positive Bezüge zum Leser/Kunden, Belohnungshinweise, Zusatzoptionen...)

    A(ction): Den Handlungsentschluss des Lesers/Kunden erzeugen (z.B. durch den Link zur Plattform).


    4. Die Verständlichkeit
    Ist der erste Text in der Rohfassung geschrieben, sollte überprüft werden, ob er auch wirklich verständlich ist. Dabei bietet sich an, dass man den Text einer außenstehenden Person vorliest, die dann auch direkt kommentieren kann, was vielleicht nicht verständlich genug ist. Wichtig: Das Fachvokabular sollte auf das intendierte Leser- bzw. Kundenklientel hin zugeschnitten werden, um optimal zu überzeugen und keine Irritationen zu erzeugen.


    5. Das Interesse schüren
    Ob und wie der Inhalt wahrgenommen wird, hängt auch davon ab, wie man ihn präsentiert. Ein monoton klingender Text ohne Abwechslung, Spannung und offenbleibende Aspekte erzeugt eher Langeweile, man schaltet als Leser gedanklich ab. Man muss nicht den Forenanimteur geben, aber sich in den Leser hineinversetzen und diesen für die Lesedauer unterhalten. Hier kann es hilfreich sein sich selber die Frage zu stellen: Was würde mich interessieren (und was nicht)?


    6. Die Optik
    Ein langes Textgebilde wirkt auf Leser wenig einladend, daher empfiehlt es sich, dass man auch mit optischen Elementen arbeitet. Sie sollen den Inhalt unterstreichen, beleben und so im Hinterkopf des Lesers bleiben. Dazu gehören z.B.:

    • Hervorhebung prägnanter Stichworte/Aspekte (farbig oder kursiv/fett/unterstrichen/größer)
    • Einsatz von Bildern, Abbildungen etc., wenn passend
    • Nutzung von gezielten Absätzen, Sub-Titeln, Aufzählungszeichen usw.


    Wichtig: Diese Maßnahmen gezielt und nicht willkürlich oder überfrachtend einsetzen. Der Text an sich soll bestechen, seine Optik darf ihm nicht die Show stehlen.


    7. Die Fertigstellung
    Wenn alles bedacht wurde, kommt der finale Schlussstrich, d.h., die komplette Vorstellung wird noch einmal auf Herz und Nieren geprüft (Rechtschreibung, Verständlichkeit, optische und strukturelle Anordnung...) und man setzt noch die Punkte ein, die bei der jeweiligen Vorstellung erwünscht werden (z.B. bestimmte formale Kriterien, Angaben zum Ersteller o.ä.).





    Wie wird nun aber der Text an sich inhaltlich so interessant, dass ihn der Leser/Kunde schlichtweg bestechend findet? Hierzu einige Tipps:



    II 12 Tipps für erfolgreiche Präsentationstexte


    1. Den Leser direkt anreden
    Um ideell jeden Leser persönlich anzusprechen, ist es ratsam, auch eine direkte Anrede der Vorstellung voranzustellen. Das erzeugt Nähe und wirkt nicht abstrakt-verallgemeinernd.

    2. Fragen, Fragen und noch mal Fragen
    Fragen erzeugen Neugier, da man als Leser unbewusst nachdenkt, was man selber davon hält. Zudem horcht man direkt auf, weil man auf die Antwort gespannt ist.

    3. Die W’s beachten
    Wer, wo, was und warum – diese Kernfragen sollte man in der Vorstellung abhandeln, damit der Leser ein möglichst genaues Bild vor Augen hat.

    4. Das Wichtigste zuerst
    Um die Aufmerksamkeit des Lesers zu sichern, ist es ratsam, direkt zu Beginn die wichtigen Merkmale und Besonderheiten des Projektes herauszustellen. Man stimmt den Leser also positiv ein und erzeugt eine wohlwollende Haltung.

    5. Das Auge liest mit
    Rechtschreibfehler stören das Gesamtbild, ebenso konstante Groß- oder Kleinschreibung. Daher immer an die korrekte Orthografie denken.

    6. Auf den Punkt kommen
    Wer wiederholt, nicht auf den Punkt kommt oder um den heißen Brei redet, verliert die Aufmerksamkeit des Lesers. Daher: Klare und bündige Sätze wählen, Bandwurmsätze vermeiden, die wesentlichen Punkte gezielt ansprechen und nicht verschleiern – das merkt der Leser.

    7. Unwichtiges bleibt draußen
    Alles, was keine spezifische Besonderheit darstellt, wird erst gar nicht in die Vorstellung hineingenommen. Der Leser möchte lesen, was anders, speziell und/oder neu bei einem Projekt ist, aber nicht, was es überall gibt bzw. zum Standard gehört.

    8. Der Stil macht’s
    Journalistisch verfasste Texte, die gezielt mit Stilmitteln arbeiten, klar strukturiert sind und Neugier erzeugen, haben eher Erfolg gelesen zu werden als die Vorstellungen, die allzu umgangsprachlich daherkommen, sich selber loben, kindlich-unbeholfen wirken oder in 5 Minuten „heruntergeschrieben“ wurden.

    9. Den Leser miteinbeziehen
    Damit der Leser sich nicht ausgeschlossen fühlt, empfiehlt es sich, ihn auch im laufenden Text einzubinden. Das geht durch Wendungen wie „Hast du dich das nicht auch schon immer gefragt?“, oder „Wir wollen dir durch diese Aktion...“. So entsteht der Eindruck, man würde speziell den einzelnen Leser anreden, ihn einbeziehen und zu einem mentalen Kopfnicken verleiten. Folge: Der Leser ist eher geneigt weiterzulesen und die Seite aufzusuchen.

    10. Neugier schüren
    Damit der Leser einen Anreiz hat eine Plattform zu besuchen, sollte man nicht alles zu Beginn ausplaudern. Offene Fragen, Andeutungen und augenzwinkernde Hinweise verursachen Neugier.

    11. Auf Logik setzen
    Ein Leser reagiert unbewusst auf schlüssige Darlegung in Form von bspw. Pro- und Contra-Konzepten oder einem Aufbau von These - Antithese - Synthese. Diese Methoden implizieren das eigene mentale Abwägen oder einen Dialog (Verkäufer-Käufer).

    12. Das Kopfkino anschalten
    Reale Bilder oder sprachliche Assoziationen erzeugen beim Leser unbewusst Bilder im Kopf, die dazu verleiten können, ein angenehmes bis anregendes Klima zu erzeugen.






    Informationsvermittlung oder das Bewerben einer Plattform müssen also keine dröge Angelegenheit sein, wenn man diese Präsentationen als positive Selbstvermarktung begreift. Man überreicht dem späteren Leser (s)eine Visitenkarte und vermittelt dadurch, man möchte einladen und sich angenehm in Erinnerung bringen. Durch die Flut an Projekten ist die eigene Vermarktung auch die Möglichkeit, sich von "Konkurrenz" abzuheben und sich nicht als rein technischer Betreiber einer Plattform zu präsentieren.


    In diesem Sinne: Viel Spaß beim Testen und dabei vielleicht auch an dieses Zitat denken:

    Werbung ist die Kunst, auf den Kopf zu zielen und die Brieftasche zu treffen. Kommunikation ist die Kunst, auf das Herz zu zielen, um den Kopf zu treffen. (Vance Packard)







    3.792 mal gelesen

Kommentare 2

  • Syslord -

    Es ist und bleibt ein Genus deine Beiträge zu Lesen so kommt man sich nicht so alleine vor Ich bin eher in Wort und Bewegung so aktiv wie du in Wort und Schrift. Hut ab und danke das du uns daran teilhaben läßt.somit von mir wie immer beide Daumen hoch.

    • Gabbid -

      Und erneut bedanke ich mich für die freundliche Rückmeldung. :) Wir alle ergänzen uns, meiner Meinung nach, gut im Forum, weil jede/r anders an Themen und Ideen herangeht. Du bist als Projektbetreiber an der "praktischen" Front, ich bin eher Theoretikerin, die Kombination macht es, dass dann jeder vom anderen lernen kann. Am Ende erweitert es die Sicht und es hilft beiden Seiten, was will man mehr? :)