Warum scheitern Online-Communities und wie vermeide ich es bei meinem Projekt?

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  • Warum scheitern Online-Communities und wie vermeide ich es bei meinem Projekt?

    14 Aug 2015 13

    Jean Paul formulierte einmal die Aussage "Man muß seine Ideen verwirklichen, sonst wuchert Unkraut darüber." Wenn man diese Aussage wörtlich nimmt und auf Online-Communties münzt, müsste man heute fast sagen, in der virtuellen Welt wächst mehr Unkraut als wachsende und schöne Blüten. Sicherlich wird nun der ein oder andere Forenbetreiber Schnappatmung bekommen oder denken "MEINE Community ist viel besser!" und natürlich sei es auch jedermann vergönnt. :)

    Tatsache ist aber zugleich, dass man bei näherem Hinsehen immer wieder die selben Probleme und Fehler bei Online-Communities vorfindet. Während ein Betreiber mitunter betriebsblind ist bzw. wird oder Mitglieder lediglich das vage Gefühl haben, dass "etwas nicht ganz so gut ist", kann man als neutraler Außenbetrachter oft schnell die Fehlerquellen ausmachen. Als eben so einen Außenbetrachter würde ich meine Wenigkeit klassifizieren und daher nachfolgend eine Liste der - aus meiner Sicht – 15 üblichen bzw. typischen Fehler rund um Online-Communities zusammenstellen. Diese Auflistung soll eine konstruktive Checkliste sein, die gegenwärtige Forenbetreiber und Betreiber in spe heranziehen können, um ihr Projekt unverbindlich zu überprüfen oder es bereits vorab hinsichtlich der eigenen Herangehensweise zu überdenken.


    1. Eine falsche bis überzogene Erwartungshaltung

    Noch bevor ein Projekt überhaupt online geht, neigen nicht wenige Betreiber zu einer Erwartungshaltung, die nicht realistisch ist. Es wird mit utopischen Zahlen jongliert ("Ich kann im Monat XXX Euro einnehmen."), die zukünftigen Mitgliederzahlen sprengen jedes rationale Maß ("Es gibt soooo viele Leute, die auch so ein Problem/solche Fragen haben"), Vergleiche werden zur eigenen Absicherung herangezogen ("Das Projekt von X hat XXXX User, das können wir auch und besser!") und der Blick ist nicht selten in eine utopische Zukunft, nicht aber in die harte Gegenwart gerichtet.
    Wer nicht bewusst rational und realistisch abwägt, wird in 9 von 10 Fällen enttäuscht werden und das angestrebte Ziel nicht erreichen. Also betont nüchtern kalkulieren, den aktuellen Online-Community-Markt im Augen behalten, realistische Ziele setzen und lieber zu tief als zu hoch stapeln. Es ist sinnvoller in kleinen Etappen maßvolle Ziele anzuvisieren, sie dann auch zu erreichen, als gleich zu Beginn einen 10000er Berg besteigen zu wollen und abzustürzen.


    2. Kein klares Konzept

    Einer der klassischen Fehler dürfte sein, dass Betreiber kein klares Konzept hatten bzw. haben. Aus einer vagen Idee wurde ein Software-Spontankauf, "etwas" wurde erstellt, aber der Betrachter fragt sich, wohin der Betreiber will. Statt klarem Themenfokus findet man massig ablenkende Off-Topic-Bereiche, statt realer Bereiche und Angebote liest man Sätze wie "Wir planen für die Zukunft...", weniger relevante Inhalte werden angeboten, während wünschenswerte Inhalte fehlen usw.
    Betrachter registrieren solche Unstimmigkeiten und neigen dann nicht dazu sich angesprochen zu fühlen und aktiv zu werden. Folglich sollte man sich als Betreiber vorab die Zeit nehmen und ein reales Konzept für die Plattform erstellen. Was ist wichtig, was kommt wohin, was möchte ich bieten, kann man bei allem den roten Faden vorfinden (Struktur, Design, Angebote...) und weiß jeder Besucher binnen 10 Sekunden, worum es auf der Seite geht und was angeboten wird?


    3. Eine falsche Finanzplanung

    Ein Projekt kann auch durchaus mit wenig technischem "Innenleben" auskommen bzw. gut angenommen werden, weil Masse nicht mit Klasse gleichzusetzen ist. Trotzdem unterschätzen gerade jüngere Forenbetreiber die anfallenden Grundkosten (Hosting, Design, nötige Software, Updategebühr...), individuelle Zusatzkosten (spezielle Plugins, Sonderanfertigungen, Anpassungen...) und spezifische Zahlungen (eigener Server, Gewinne für Forenaktionen...). Nicht immer lässt sich die "Geiz ist geil"-Mentalität beibehalten, so dass sich Betreiber auch schnell mit Rechnungen konfrontiert sehen, die ihr Budget überschreiten.
    Lizenzen und Software-Produkte sind schnell erworben, Rechnungen bzw. ein überzogenes Konto bleiben, daher: Noch vor dem Start eines Projektes sollte man eine grobe Kostenkalkulation vornehmen (Ausgaben / Einmal- und Mehrfachzahlungen / Extras), immer eine finanzielle Reserve behalten und sich niemals auf die finanzielle Unterstützung potenzieller oder realer Mitglieder verlassen.


    4. Die fehlende Zielgruppenanalyse

    Nicht jede Idee oder Individualmeinung ist zwangsläufig eine gute Projektbasis. Nur weil man selber eine Frage hat oder meint, man könne ein Projekt z.B. besser leiten als ein Konkurrent, heißt das nicht zeitgleich, dass "jeder" das ähnlich sieht und man im praktischen Forenalltag besteht. Man muss sich also unbedingt vorab klarmachen, wen das Projekt ansprechen soll (Zielgruppe), ob es überhaupt gegenwärtig und grundsätzlich genug Interessenten dafür gäbe (sind alle potenziellen Mitglieder auch wirklich forenaffin? Sind alle aktive Nutzer?), ob das Klientel auch dauerhaft dem Projekt treu bleiben wird (Angebot-Nachfrage) und was genau man von den Personen erwartet.
    Es ist illusorisch anzunehmen, dass Leute einfach kommen, aktiv werden und das Projekt aufbauen. Vielmehr wollen Leute umworben und angelockt, unterhalten und informiert werden, so dass man von Beginn an einkalkulieren muss, welche Nutzertypen man sich erhofft, tatsächlich bekommt und wie man beide Ebenen einigermaßen ausbalancieren kann.


    5. Unterschätzter Zeitfaktor

    Ein Online-Projekt ist wie ein Baby, das gerade zu Beginn 100%ige Aufmerksamkeit und Pflege benötigt. Die zeitintensive Planungs- und Umsetzungsphase vorab sind nur der Anfang, denn ein Projekt muss dauerhaft gepflegt werden. Neben der technischen Ebene (z.B. Wartung, Updates...), muss das "Innenleben" im Auge behalten werden, es gibt administrative Aufgaben und die Ebene rund um Marketing, Teammanagement, Problembehandlung im zwischenmenschlichen Bereich (Nutzerstreit) uvm.
    Jeder Betreiber sollte sich also bewusst machen, dass ein Online-Projekt in erster Linie Arbeit und dann Spaß bzw. Selbstverwirklichung darstellt. Ob Sommer oder Winter, abends oder am Wochenende, ob gesund oder kränkelnd, das Foren-Baby und seine Mitglieder brauchen und rufen nach Zuwendung.


    6. Einzelkämpfer-Modus

    Ein Freizeitblog kann je nach Intention bereits viel Arbeit verursachen, eine Online-Community ist aber noch arbeitsintensiver. Bevor man ein Projekt aufbaut, sollte man sich daher kritisch und rational hinsichtlich seiner eigenen Fähigkeiten einschätzen (Bin ich dem technisch/administrativ/inhaltlich gewachsen?), die Arbeitslast durchspielen und nicht zu stolz sein, sich Hilfe zu holen. Niemand kann alles und das erwarten auch nicht die Community-Mitglieder, aber sie erwarten, dass man das Projekt nach den besten Möglichkeiten leitet.
    Bevor man also bspw. technisch an seine Grenzen stößt und vor lauter Themen rotiert, ist es sinnvoller, effektiver und auch professioneller, wenn man sich Unterstützung organisiert. Dazu gehört, dass man sich bereits zu Beginn Gedanken um ein mögliches Team inklusive Aufgaben Gedanken macht, dass man ggf. einen technischen Administrator engagiert, dass man sich vorab mit möglichen Hilfsquellen (Fachforen, Fachliteratur, Supportbereiche, andere hilfsbereite Leute etc.) vertraut macht und im Ernstfall einen Plan B in der Schublade hat ("Wenn X aus dem Team scheidet/krank wird/Sparte X hinzukommt, dann...").


    7. Copy&Paste-Prinzip

    Ein typischer Fehler von Projekten ist es auch, dass thematisch verwandte Communities dazu neigen, zu ca. 80% identisch zu sein. Man findet die selben Foren, identische Themen, allzu ähnliche Logos, vermeintlich "individuelle Aktionen", die doch nur ein Abklatsch von 5 anderen Foren sind usw. Warum sollte ein Nutzer dann noch das Projekt besuchen? Ohne realen Mehrwert, einen individuellen Alleinstellungsfaktor und die eigene Handschrift ist ein Projekt einfach nur ein Projekt. Von vielen. Die noch dazu eventuell besser sind.
    Daher niemals Dinge von anderen Projekten übernehmen, sondern den Mut haben es anders zu machen, die eigene Linie zu finden und zumindest den Versuch zu unternehmen ein stückweit Individualität zu verkörpern. Zugleich sollte man auch immer daran denken, dass nicht jedes Forengerüst auch beim eigenen Projekt ideal ist. Es gibt keine ultimative Erfolgsstrategie, sondern was bei einem Projekt gut laufen kann, passt beim anderen Projekt eventuell gar nicht.


    8. Warum der Inhalt der König ist

    Leere Foren, halbfertige Communities, 08/15 Sparten und endlose Off-Topic-Bereiche - das sind Faktoren, die den frühen Forentod bedeuten können. Ohne Inhalt wirkt kein Projekt anziehend, denn was soll man dort denn tun? Zukünftige Mitglieder wollen Informationen, um darüber Qualität, Quantität, Individualität und Kontinuität abzuleiten. Eine leere Plattform verweist auf mangelndes Interesse bzw. Wissen, selbst wenn dem nicht so ist.
    Als Leiter ist man in der Situation, dass man nicht rein faktisch nur leitet, sprich administriert, sondern man ist Entertainer, Nachrichtensprecher, Themenanreißer, Diskutant und auch Provokateur, der meinungsbildend Äußerungen vorträgt, diskutiert, bündelt und dafür sorgt, das Interesse der Mitglieder zu schüren und halten. Nur mit Speck bzw. Inhalt fängt man Forenmäuse.


    9. Featurities und Nutzerabschreckung

    Als Forenbetreiber neigt man gerne dazu allerlei auszuprobieren, auch unnötige Dinge für eine Plattform zu erwerben und mehr wie ein Sammler zu agieren. Im Kopf entsteht der Gedanke, dass viel auch viel bringt, aber genau das ist ein Trugschluss. Forenmitglieder entscheiden sich bewusst für eine Plattform, weil sie bspw. Gleichgesinnte, Hilfe oder Austausch suchen. Keiner wird anhand der installierten Plugins, Designvarianten, Spiele etc. entscheiden. Im Fokus stehen Atmosphäre, Mitglieder und wie eine Plattform wirkt – genau darauf sollte sich ein Betreiber auch konzentrieren.
    Weniger kann mehr sein, also lieber nach und nach wirklich gewünschte Features bzw. Plugins integrieren, als die Nutzer vorab regelrecht zu bombardieren. Merke: Nicht jeder Nutzer ist auch technisch versiert, an allerlei „Schnickschnack“ interessiert und erkennt den etwaigen Mehrwert einer Funktion.


    10. Die eigene Rolle

    Immer wieder findet man allerlei imposante Ränge in einem Forum, die aber mit den konkreten Aufgaben einer Person wenig zu tun haben. Als Projektleiter ist man de facto der Leiter, was zugleich bedeutet, man ist funktional gesehen eine Art „Mädchen für alles“. Man ist also nicht rein der Verwalter, der eine Produktlizenz erworben hat, sondern man administriert, managed, ist Ansprechperson für Teamkollegen und Forenmitglieder, ist selber aktiv im und am Projekt etc. Man sollte also nicht den Fehler begehen und sich zurücklehnen, sich als Privatperson mit Rang verstehen, sondern man ist ein funktional vielfältiger Charakter, der stets die Zügel in der Hand haben sollte.


    11. Warum eine Frist nicht immer sinnvoll ist

    Realistische und erreichbare Ziele sind wichtig für ein Projekt und die eigene Motivation. Zugleich ist es konterproduktiv, wenn man einem Projekt von Beginn an ein zu enges Zeitfenster zugesteht. Online-Communities lassen sich eher mit einem Marathon vergleichen, keinem Sprint. Nach dem
    Warmlaufen, den ersten Metern und ersten Zwischenstopps zeigen sich das Potenzial und die Durchhaltekraft.
    Es braucht Beharrlichkeit, Kontinuität und Geduld, man muss Anpassungen vornehmen oder auch den Mut haben Fehlentwicklungen zu korrigieren. All das erreicht man nicht in 3-6 Monaten, setzt sich damit nur unnötig unter Druck und wird eher scheitern als die Ziellinie zu erreichen.


    12. Stil ist nicht immer käuflich

    Online-Communities entstehen von Menschen für Menschen – und genau so muss man sie auch verbal führen. Als Leiter ist man nicht nur das Aushängeschild bzw. die eigene Forenwerbung, sondern man ist zugleich Diplomat, Mediator und auch mal Rektor. Die private Meinung und das persönliche Befinden treten hinter der Aufgabe bzw. der Funktion des Leitenden zurück, so dass man versuchen muss mit jedem Nutzer eine Gesprächsbasis zu etablieren. Eine Community beherbergt unterschiedliche Nutzer und egal ob arrogant, nörgelnd, weinerlich oder altklug, der Gesprächston darf nicht verrutschen, Fäkaljargon, eigene vermeintliche Überlegenheit, lautstarke Zurechtweisung bis Abkanzlung sind ein Tabu. Immer daran denken: So wie man selber behandelt werden möchte, muss man auch andere Leute behandeln, egal wie schwierig das sein kann.


    13. Siehe und lerne

    Eine Online-Community soll möglichst die eigene Handschrift tragen, aber als Leiter ist man kein despotischer Monarch. Nutzeranregungen, Wünsche, Verbesserungsansätze und auch Kritik sollte man als Zeichen verstehen, dass sich die Mitglieder aktiv einbringen. Das Projekt soll für seine Nutzer da sein, nicht egoistischen Interessen dienen. Folglich sollte man seine Mitglieder animieren sich einzubringen, ihnen zuhören und auch selber immer wieder kritisch das Projekt begutachten. Ein Projekt durchlebt wie ein Säugling unterschiedliche Phasen, reift, macht einen Schritt vor und auch wieder zurück. Als Leiter sollte man bereit und fähig sein zu lernen, die eigene Meinung zu hinterfragen, von guten Vorbildern zu lernen und sich nicht auf vermeintlichem Erfolg auszuruhen.


    14. Auch das Kleingedruckte ist wichtig

    Viele Betreiber stellen ihr Projekt überhastet und zum Teil unfertig online. Dabei sind es oft genau die Details, die den Charakter eines Projektes mitprägen. Diese Dinge sind also immer im Blick zu behalten:
    • Sind alle Inhalte der Plattform korrekt verlinkt und auch erreichbar?
    • Wurde die Rechtschreibung kontrolliert?
    • Wurden etwaige Übersetzungen eingestellt und kontrolliert?
    • Wurden immer die selben Begrifflichkeiten für Beschreibungen, Menüpunkte, AGBs etc. genutzt?
    • Sind alle relevanten Angaben vorhanden (bspw. Impressum, Nutzungsbestimmungen…)?
    • Ist klar ersichtlich, welche Ansprechpersonen die Nutzer haben und wie sie sich an sie wenden können?
    • Wurde korrekt eingestellt, welche Inhalte die Besucher/Nutzer sehen/betreten oder nicht sehen/betreten dürfen?
    • Sind die Inhalte der Plattform von der Anordnung und der Anzahl her schlüssig bzw. so nötig?
    • Wurde die gesamte Plattform einmal komplett durchgesehen, durchgeklickt und wurden etwaige Fehlermeldungen behoben?
    • Sind Verweise zur Teamvita, Aktionen, Ankündigungen usw. noch aktuell?


    15. Sei keine Insel

    Es ist unerlässlich, dass man innerhalb von Forengemeinschaften Netzwerke bildet. Neben dem Aspekt der etwaigen nachbarschaftlichen Hilfe, kann man darüber auch Partnerschaften bilden,gemeinsame Aktivitäten planen, Ideen diskutieren und Anregungen gewinnen. Man sollte auch Foren mit einem ähnlichen oder selben Fokus nicht automatisch als „Konkurrenz“ einstufen und panisch Abstand halten, sondern solche Foren als Chance und „Kollegen“ begreifen.







    Online-Communities bieten viel Potenzial oder können auch einfach "nur" ein spannendes Hobby sein. Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken trägt ein solches Projekt ins Leben zu rufen, wird feststellen, dass die Theorie oft leichter klingt als es sich dann in der Praxis erweist. Wer sich aber nicht entmutigen lässt, mit Freude, Elan und Lernbereitschaft antritt, der kann viel für sich und andere Menschen erreichen.

    In diesem Sinne wünsche ich allen Forenbetreibern und denen, die es noch werden möchten, viel Spaß, Glück und Erfolg! :)

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Comments 13

  • ijc24 -

    Ein interessanter Beitrag. Aus meiner Sicht kann ein Forum nur dann bestehen, wenn der/die Forenbetreiber sich auf die Inhalte ihrer Arbeit konzentrieren. Ein "abgekupfertes" Forum wird im Internet langfristig keinen Bestand haben. Zu Beginn des Forums habe ich damit einige Erfahrungen gemacht. Ein Forenbetreiber muss bestimmte Entscheidungen für sein Forum alleine treffen d.h. versucht er/sie Mitglieder in die Entscheidungsfindung miteinzubeziehen kann der gutgemeinte Rat nach hinten losgehen. So geschehen beim Design. Sobald man Mitgliedern erlaubt sich an der Designauswahl zu beteiligen kommt man als Forenbetreiber auf keinen grünen Zweig. Und ein Forum kann nur dann bestehen, wenn der/die Forenbetreiber über eigene innovative Ideen verfügt. Am Anfang hatte ich als Forenbetreiber große angst darüber, das wenn ich Mitglieder habe, das diese von anderen Foren abgeworben werden. Das hat mich manche schlaflose Nacht gekostet. Aber dann habe ich erkannt, das wenn ich mich auf meine Inhalte konzentriere und meine Fähigkeiten es egal ist ob sich User von meinem Forum abwerben lassen. Ist meine Arbeit gut dann werden andere User im Forum bleiben. Ein wichtiger Punkt den Gabbid da noch angesprochen hatt ist der das die Kosten für ein Forum und Vorgaben durch Gesetze und Verordnungen zunehmen und das viele Forenbetreiber insbesondere Jugendliche sich das finanziell nicht mehr leisten können werden. Alleine die neue Rechtslage die es in Foren einzuhalten gillt ist ohne einen Rechtsanwalt für Internetrecht kaum noch zu gewährleisten. Fehlt als ein Beispiel von vielen, im Impressum eine Vorgabe kann durch eine Abmahnung dazu der/die Forenbetreiber/in finanziell ruiniert werden. Für Abmahnwütige goldene Zeiten für Forenbetreiber ein hohes finanzielles Risiko.

    • Gabbid -

      Als Außenstehende tue ich mich bis zu einem gewissen Grad leichter mit Einschätzungen bzw. dass ich scheinbar punktgenau Probleme darlege. Nur, keiner kommt als Projektbetreiber auf die Welt, sondern arbeitet sich - im Idealfall - ein, wächst mit dem Projekt und lernt auch dazu.
      Es ist vielleicht weniger ein konkreter Punkt, der ein Projekt scheitern lässt, sondern dass ein Betreiber oder Betreiber in spe sich dessen nicht bewusst ist, also was alles auf einen zukommt, dass es Zeit und Einsatz braucht und man auch aus Fehlern lernen kann, eigentlich soll. Foren funktionieren anders als Blogs, Facebook bzw. YouTube, aber ich wage zu behaupten, das blenden Leute aus, erhoffen sich ebenso schnell "Erfolg", scheitern dann an der Realität.
      Aufgrund der Rückmeldungen zu diesem Artikel, nun auch von dir, werde ich mich aber doch einmal auch näher mit negativen Forenauswüchsen bzw. unerwünschtem Administratorenverhalten auseinandersetzen. Möglicherweise kann man so vorab etwas Hilfestellung bzw. eine gut gemeinte Warnung anbieten.
      Ein Dankeschön also auch an dich für die Wortmeldung bzw. Einschätzung.

  • Seele -

    Gute Gedanken.
    Zum Einzelkämpfer-Modus, da liegt es nicht immer am Admin, das es so scheint als wenn er alleine kämpft, angeblich keine Hilfe will etc. Wenn andere Hilfe zusagen, klar sagen was sie wann tun wollen, dann verlässt man sich darauf, weil das ja ganz klar abgemacht wurde. Doch wenn man dann nach Monaten Feststellt da kam nichts, dann muss der Admin alleine Kämpfen, gegen die Enttäuschung und für das Forum, dass es nicht ganz untergeht. Leider ist genau das meine Erfahrung. Wäre froh um Hilfe aber mehr als darum bitten kann ich nicht.

    • Gabbid -

      Hallo Seele, da ist natürlich etwas dran.
      Ich möchte auch gar nicht den Eindruck vermitteln, dass Forenbetreiber quasi aus Prinzip imemr daran "schuld" sind, wenn ihr Projekt scheitert, denn das wäre zu einfach. Es gibt wiederholende Merkmale und man kann bei Projekten mitunter wirklich eine Art Checkliste anlegen und anhand dieser Problemquellen ermitteln, aber zugleich gibt es noch viel mehr Ursachen.
      Wie du sagtest, es gibt den Faktor Mensch, es gibt Konkurrenzkämpfe, leider müssen wir auch von Vorfällen wie Mobbing&Co. sprechen, die Nutzer tragen dazu bei, wie ein Projekt angenommen wird oder nicht, es gibt technische Aspekte usw. Es wird vermutlich in vielen Fällen beim Scheitern eine Mischung unterschiedlicher Gründe sein/haben, ich werde deine Meinung bzw. Erfahrung aber auch einmal im Hinterkopf behalten. Florescence hat auch schon in die "menschliche" Richtung verwiesen, du nun auch, so dass dieser Punkt doch Aufmerksamkeit benötigt. Danke für den Impuls! :)

    • Seele -

      Ja, der Faktor Mensch ist meistens der Grund das ein Forum scheitert. Die Konkurrenz ist grausam und die Gier mehr Mitglieder zu haben als andere, Treibt Admins teils zu ganz miesen Handlungen. Da schreckt man nicht mehr davor zurück, sich in anderen Foren zu registrieren, wartet bis er als Mitglied freigeschaltet ist und dann loslegt mit User anschreiben, sein Forum zu rühmen und das wo man grad drin ist schlecht zu machen. Diese Masche ist richtig link und hinterhältig aber funktioniert. Wie ich selber sehen kann, das andere es genau so tun. Man kann und darf keinem mehr vertrauen. War früher anders, da konnte man Admins von anderen Foren als Mitglied im eigenen Forum haben, ohne das sie so hinterhältig agierten. Heute gehen die meisten seelenruhig über Leichen nur um ihr Forum besser hin zu stellen.

  • Pam -

    Ein sehr guter Beitrag, der einen dazu bringt, mal wieder selbst an die eigene Nase zu packen :) Daumen hoch!

    • Gabbid -

      Dankeschön für deine Rückmeldung, Pam, :) und ich hoffe, vor lauter Theorie erschlage ich euch nicht langsam alle. Wenn auch nur ein Ansatz hilft, zum Nachdenken anregt, ist das gut, freut mich und man kann dann immer noch die Köpfe zusammenstecken und weiter diskutieren. Als Forenleiter prasselt viel auf einen ein, es klingt leichter als gedacht und ich gebe offen zu, ich selber würde es nicht wagen. Von daher, Leute wie auch du brauchen nicht nur Zeit und Geduld, es gehört mehr dazu, nicht zuletzt Mut, und wenn man dann ein wenig mit nützlichen Gedanken helfen kann, freut es. :)

  • Bibini -

    Danke Gabi :) sind noch ein paar hilfreiche Tips dabei, dir mir zwar selbst iwie bewusst waren, es einem aber mal wieder vor Augen gehalten wird, wo man selbst noch an sich und seinem Forum schleifen kann :thumbup: Sehr schön geschrieben :)

    • Gabbid -

      Vielen Dank für deine nette Wortmelung, Bibi. :) Du hast den Vorteil, dass du von der praktischen Ecke kommst, so dass du im Forum siehst, was gut ist, eventuell weniger gut, optimierbar usw. Als theoretisierende Beobachterin, speichere ich mental das ab, was ich sehe, wenn dann jemand wie du und ich ins Gespräch kommen, treffen zugleich Theorie und Praxis aufeinander und es kann vielseitig und konstruktiv diskutiert werden. Eine ideale Situation, finde ich. :)

    • Bibini -

      Ja, da hast du Recht :) Ist auch immer gut, wenn mal ein Aussenstehender sagt: "Du pass mal auf, hier und da sind noch Schreibfehler, dort könnte man noch was neues hinbauen" ..und neue Ideen mit einbringt. Nun müssen es die Forenbesitzer nur noch beherzigen, vor allem die Foren-Füllung seh ich bei vielen Foren als das Hauptproblem... es nützt das tollste Forum, der genialste Stil nichts, wenn ich als User dort nichts vorfinde, was von Interesse ist ;) :D

  • Muschelkuh -

    Jetzt wird bestimmt alles besser, nach deinem ausführlichen Beitrag. :P

    Nein, aber wieder gut formuliert und schön eingeteilt zum lesen. :)

    • Gabbid -

      Dein Wort in Gottes (Foren-)Ohr? :D
      Theorie und Praxis bzw. man möchte keinem Forenbetreiber sagen, wie er/sie sein Projekt zu führen hat, aber zugleich denke ich, konstruktive Worte schaden nicht. Ich habe ja die Luxussituation, dass ich nicht selber administrieren muss, so dass man sich leichter tut andere Seiten zu durchkämmen. Die Folge ist, dass man merkt, wo es klemmt, besser ginge usw. Warum nicht darüber auch lernen, es als Ansatz sehen sich und sein Projekt auch wertfrei zu hinterfragen?
      Im Idealfall kommt man so auch ins Gespräch, kann bekannte oder übliche Administratorenprobleme kennenlernen und schauen, ob man nicht gemeinsam eine Lösung entwickeln kann. :)

    • Muschelkuh -

      Ist das wie, als ob der Mann am Steuer (Auto) ist - und die Frau daneben ihre tollen hilfreichen Kommentare abgibt? :D

      Nein, schbass. :P