Blog(g) mir was oder Wie nutzt man einen Blog (nicht) effektiv? Teil 1

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  • Blog(g) mir was oder Wie nutzt man einen Blog (nicht) effektiv? Teil 1

    18 Okt 2015

    Ob WordPress oder der unternehmenseigene Blog von WoltLab – das Produkt Blog erfreut sich großer Beliebtheit. Wenn man sich nun aber den konkreten Einsatz von Blogs auf Websites ansieht, kommt man nicht umhin festzustellen, dass die Betreiber respektive Blogger oft


    - ohne konkreten Plan, ohne Ziel bloggen

    - das intendierte Klientel nicht erreicht wird

    - der individuelle Stil fehlt

    - Masse statt Klasse walten lassen

    - den Bezug zum Website-Fokus vermissen lassen

    - ein realer Mehrwert nicht erkennbar ist


    Würde man deutlicher werden, könnte man sich an Wilhelm Busch und seine Aussage halten: „Oft ist das Denken schwer, indes, das Schreiben geht auch ohne es.“ Ganz so zynisch ist die Autorin dieses Artikels nun nicht, kann sie auch nicht sein, da sie selber das Medium Blog nutzt und die Intention ansonsten konterkarieren würde.


    Statt also einen Abgesang auf den Blog zu formulieren, möchte ich für seine effektive Nutzung werben und im ersten Teil aufzeigen, wie man einen Blog auf einer Website sehen und einsetzen kann.


    Zwei große Schritte für Leser, aber viele kleine beigeordnete Schritte für Blogger (in spe)- so startet Teil 1 der Blogging-Reihe "Blog(g) mir was oder Wie nutzt man einen Blog (nicht) effektiv?"



    Das Grundgerüst anhand Fragen und Schritten konzipiert:




    Schritt 1: Fragen, Fragen und nochmals Fragen


    Bevor ein Blog erworben bzw. eingesetzt wird, sollte sich ein Betreiber Zeit nehmen und diese Fragen für sich und sein Projekt abklären:


    1. Braucht die Plattform unbedingt einen Blog?


    2. Wenn die Plattform einen Blog braucht, welchen Zweck soll dieser erfüllen?


    3. Passt der Blog zum Gesamtkonzept der Plattform?


    4. Wer wird bzw. soll den Blog regelmäßig befüllen?


    5. Wen soll der Blog ansprechen?


    6. Wer wird den Blog später vermarkten?


    7. Gibt es genug Inhalte (Kategorien) für den Blog und somit einen dauerhaften Mehrwert?


    All die Betreiber, die nun beim mentalen Antworten bereits feststellen, dass sie überwiegend mit Nein geantwortet haben oder ihre Idee/n auch ohne Blog umsetzen können, sollten auch auf dieses Kopf- bzw. Bauchgefühl hören und keinen Blog erwerben/einsetzen. Wenn es anders geht: Dann macht das, einen Blog könnt ihr später und generell immer erwerben/einbinden, es gibt ihn nicht nur als Überraschung an Weihnachten.



    All die Betreiber, die nun beim mentalen Abwägen mit Ja geantwortet haben und meinen, ein Blog wäre die ideale und nötige Ergänzung, sollten die gestellten Fragen nun vertiefen.


    Schritt 2: Das sorgfältige Abwägen und Vorbereiten


    1. Braucht die Plattform unbedingt einen Blog?


    Wird hierauf mit Ja geantwortet, ist wichtig das abzuklären:


    - Wie lange stand/steht fest, dass es den Blog braucht?

    - Wurde der Blog teamintern bereits diskutiert und einstimmig befürwortet?

    - Kann die Plattform ohne Blog nicht bestehen, der Blog ist/wird essentiell?


    Diese drei grundlegenden Fragen dienen der Absicherung und dem erneuten Abwägen.



    2. Wenn die Plattform einen Blog braucht, welchen Zweck soll dieser erfüllen?


    Das ist eine der zentralen Fragen innerhalb der Blog-Thematik. Ein Blog soll kein Anhängsel sein, ein Lückenfüller oder lediglich integrierte, zusätzliche Software, sondern der Nutzen muss für Anbieter und Leser klar ersichtlich sein.


    Ein „Zweck“ kann sich an diesen Ausrichtungen orientieren:


    a) DM-Blog (Direktmarketing)

    Hierbei dient der Blog als zusätzlicher Werbeträger für das Projekt, bietet weitere Informationen zu diesem an.


    b) Service-Blog

    Der Blog fungiert als „Dienstleister“, bietet Lesern nützliche Informationen an, die den Fokus der Plattform im Blick haben, aber über das direkte Eigenmarketing hinausgehen.


    c) PoS-Blog (Point of Sale)

    Ein verkaufsfördernder Blog, der speziell auf Aufmerksamkeit aus ist, auf Promotion setzt.


    d) Event- und Messe-Blog

    Reduziert auf eine oder eine limitierte Anzahl an Kategorien bzw. übergeordneten thematischen Schwerpunkten, dient der Blog der textuellen Aufbereitung.


    e) Sponsoring-Blog

    Ein Blog, der primär der Vermarktung Dritter dient, auch Artikel dieser beinhalten kann.


    f) Kampagnen-Blog

    Dabei fungiert der Blog als Instrument, um eine gezielte Aktion/Kampagne dauerhaft zu führen, darüber zu informieren usw.


    g) Themen-Blog

    Der aus primär subjektiver Sicht geführte Ich-Blog über ein spezielles Thema.


    h) Ich-Blog

    Der bekannte und meistverbreitete Blog, der die subjektive Sicht des Betreibers zu einem und/oder unterschiedlichen Themen skizziert.


    i) Community-Blog

    Dieser ist essentieller Teil einer Community, erlaubt die Interaktion von Nutzern/Teammitgliedern zum Forenfokus.


    j) Mitarbeiter-Blog

    Ein solcher Blog stellt oft eine Mischung aus individueller Ich-Sicht und einem Service- bzw. PoS- Blog dar. Der Balanceakt liegt hierbei darin, dass der Leser die subjektiven Erfahrungswerte vermittelt bekommen, aber zugleich die Verkaufsförderung nicht bemerken soll. In der Regel gelingt das nur selten, weil die Mitarbeiter textuell eben den Chef im Nacken spüren, bildlich gesprochen.



    3. Passt der Blog zum Gesamtkonzept der Plattform?


    Diese Frage ist wichtig, um abzuklären, ob der Blog integrativer Bestandteil ist/wird oder eher nebenher laufen soll. Zu achten ist dabei hierauf:


    1) Optische Integration: Der Blog sollte visuell mit dem gewählten Design, der Website selber harmonieren (z.B. analoge Einbindung von Icons)


    2) Strukturelle Integration: Der Blog sollte im Menü/Footer so platziert werden, dass sein Stellenwert erkannt wird. Je nach Relevanz also weiter links/rechts bzw. weniger markant oder markanter.


    3) Stilistische Integration: Stilbrüche, die verwundern, sind zu vermeiden. Der Blog ist eine textuelle Verlängerung der Website bzw. Community, also das stilistisch auch im Hinterkopf behalten.


    4) Kategoriale Integration: Klasse statt Masse, lautet die Devise. Leser möchten informiert und nicht unnötig mit irrelevanten Inhalten bedacht werden. Wenn der Blog eine spezielle Ausrichtung, einen exakten Zweck hat, dann sollte man auch nur Kategorien und Artikel dazu ablegen, nicht artifiziell strecken.



    4. Wer wird bzw. soll den Blog regelmäßig befüllen?


    Eine sehr wichtige Frage, die man als Betreiber noch vor dem Blog-Erwerb bzw. Einsatz abklären muss. Ein Blog bedeutet in erster Linie Arbeit und Zeitaufwand, so dass man abwägen muss, wer dies leisten soll. An Optionen gäbe es diese:


    a) Ein Teammitglied wird speziell für den Blog „abgestellt“, ist also der offizielle Projektblogger.


    b) Das Team als Ganzes befüllt den Blog, wobei klare Absprachen relevant sind (Stichwort Kompetenzbereich/-e, Zeitfaktor, Regelmäßigkeit…)


    c) Forenmitglieder werden aktiviert, um sich einzubringen (wichtig hierbei: Um Nutzer einzubeziehen, muss vorab für den Blog geworben werden, man muss Nutzer gezielt rekrutieren und immer nach neuen Mitschreibern Ausschau halten, wenn eine andere Person ausfallen sollte)


    d) Man sucht einen externen Mitarbeiter, der rein den Blog befüllt (Werbepartner, Freizeitblogger, Gastautoren u.ä.)


    e) Je nach Fokus kann es möglich sein, dass man Inhalte z.B. via RSSFeeds einpflegt



    5. Wen soll der Blog ansprechen?


    Das ist der zweite große Punkt an dem viele Projekte scheitern. Der Grund: Die Betreiber machen sich nicht klar, wer die Artikel lesen soll und wird. Idealerweise wird davon ausgegangen, dass es „jeder“ liest, der Mitglied auf der Plattform ist und auch „jeder“ Gast/Besucher, aber in der Praxis sieht das Verhältnis anders aus. Nicht jedes Forenmitglied interessiert sich für zusätzliche Inhalte, nicht jeder liest gerne Artikel – besonderes längere – und Gäste entscheiden oft aus anderen Kriterien heraus, inwiefern sie eine Seite interessant finden.


    Folglich ist dies vorab klar festzulegen:


    1. An wen sollen sich meine Blogartikel richten, welchen Leser, welche Gruppe habe ich im Sinn?


    2. Welche Struktur weist meine gewünschte Lesergruppe auf (Alter, Lesekompetenz, Zeit, Interesse…) und beziehe ich das in meine Artikel auch ein?


    3. Kann ich über die gewünschte Leserschaft hinaus noch weitere Gruppen ansprechen und wenn ja, wie erreiche ich diese (Kategorien, Inhalte, Stil, konkrete Ansprache…)?


    Wichtig zu Beginn: Lieber spezifisch anfangen und sich auf ein bestimmtes Klientel fokussieren, sich so eine feste Lese(r)gemeinschaft „anerziehen“ und erst mit der Zeit den Kreis vergrößern (wenn das sinnvoll ist!).



    6. Wer wird den Blog später vermarkten?


    Ein Blog ist kein Selbstläufer, er braucht regelmäßige Inhalte, passionierte Autoren und auch Werbung. Somit ist es nötig, dass man den Blog auch explizit vermarktet. Methoden hierbei wären zum Beispiel:


    - Blogartikel auch auf der Plattform selber diskutieren (Verknüpfungen der Menüpunkte bzw. Plattforminhalte schaffen)

    - Blogartikel über soziale Medien verbreiten (Abonnier-Funktion, Bookmarks, RSS-Feeds…)

    - Methoden wie kostenlose Pressemitteilungen, Einträge auf Drittseiten, BlogRolls usw. nutzen

    - Das eigene Fachwissen auf Drittseiten einstellen und darüber Eigenwerbung betreiben

    - In Blogportalen den eigenen Blog einstellen/bewerben

    - Gastschreiber von anderen Seiten/Blogs gewinnen und gegenseitige Verlinkungen anstreben

    - Tools wie SEO nutzen und darüber das Google-Ranking verbessern

    - Den Blog bei Newsletter- und Geschäftskorrespondenz immer in der Signatur einbinden

    - Über Wirtschafts- und Journalisten-Fachseiten Kontakte knüpfen und den Blog als Referenz angeben



    7. Gibt es genug Inhalte (Kategorien) für den Blog und somit einen dauerhaften Mehrwert?


    Die dritte der zentralen Aspekte rund um Blogs. Ein Autor kann noch so engagiert sein, wenn ein Thema wenig Inhalte hergibt oder regelrecht erschöpft ist (Beispiel: Braucht es die 12345 Rezension eines Computerspiels?), stellt der Blog inhaltlich keinen Mehrwert dar. Ergo sollte man sich vorab eine Liste erstellen und wirklich prüfen, ob man mindestens für 12 Monate Artikel im Zeitraum X verfassen kann, immer eine gewisse Artikelanzahl in petto hat – als Reserve – und dass diese Artikel eine qualitative Bereicherung darstellen.


    Kontrollfragen wären diese:


    - Wie viele Kategorien sind für meinen Fokus nötig, sinnvoll und was ist unnötig?

    - Biete ich Inhalte, die informativ, innovativ und interessant sind, der Leser so nicht bereits kennt oder anderweitig nachlesen kann?

    - Fallen meine Artikel stilistisch positiv auf, heben sich von der Masse ab?

    - Würde ich selber meine Artikel gerne lesen, abonnieren und den Blog gezielt ansteuern?

    - Erreichen reine Artikel die Leserschaft oder kann ich mit Podcasts, Videos, Rezensionen, Tipps, Bildern, Erfahrungsberichten u.ä. den Inhalt aufpeppen?






    Gut gemachte Blogs können eine Website bereichern und zugleich Werbung für ihren Betreiber machen. Wenn man Blogs nicht als bloßes "nice to have" begreift, als Trend-Tool, sondern als Möglichkeit weitere Inhalte strategisch sinnig zu platzieren und Leser zu erreichen, können sie einen essentiellen und positiven Mehrwert darstellen.

    In diesem Sinne: Wecke den Blogger in dir und zeige der Leserschaft, welches Potenzial in dir und deiner Website steckt! :)



    Teil 2 der Blogging-Reihe: https://www.cls-design.com/blog/index.php/Entry/4592-Blog-g-mir-was-oder-Wie-nutzt-man-einen-Blog-nicht-effektiv-Teil-2/



    Kreative Grüße sendet

    Gabbid

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