Blog(g) mir was oder Wie nutzt man einen Blog (nicht) effektiv? Teil 2

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  • Blog(g) mir was oder Wie nutzt man einen Blog (nicht) effektiv? Teil 2

    18 Okt 2015 6

    Geschafft! Als Betreiber hat man sich nun durch den semi-epischen Artikel der Autorin gearbeitet - Blog(g) mir was oder Wie nutzt man einen Blog (nicht) effektiv? Teil 1 , alles bedacht und möchte loslegen. Aber plötzlich setzt Unsicherheit ein, denn wie findet man überhaupt spannende Blog-Themen, wo kann man sich ggf. Hilfe holen, soll man Kommentare der Mitglieder einbeziehen und...kurz: Weitere Informationen und nützliche Tipps wären an dieser Stelle hilfreich.

    Folgende fünf thematische Kapitel stelle ich nun unverbindlich im zweiten Teil der Blogging-Reihe vor und hoffe, dass sie der ein oder andere Seitenbetreiber konstruktiv verwerten kann:

    1. Kapitel: 12 Vorschläge, um Artikelideen zu finden

    2. Kapitel: Wie soll ich meine Artikel schreiben?

    3. Kapitel: Was sind absolute " No Gos"?

    4. Kapitel: Money, Money, Money

    5. Kapitel: Mein Blog = Mein Baby




    1. Kapitel: 12 Vorschläge, um Artikelideen zu finden


    1. Zuerst einmal eignet es sich natürlich, das Hauptthema einer Website komplett "auszuschlachten". Was gehört zu einem Thema, was interessiert Leser, welche Fragen tauchen immer wieder auf und welche Informationen bzw. welcher Service und welche Erfahrungen helfen weiter?

    2. Leserfragen, konkrete Wünsche und Umfrageergebnisse thematisch aufbereiten.

    3. Sich selber fragen: Welche Themen interessieren mich, welches Thema wurde bislang im www nicht nach meinen Vorstellungen ausgearbeitet und wo kann ich mehr erzählen bzw. es individuell anders, gar besser darlegen?

    4. Sich im www Inspirationen holen. Was schreiben andere Blogger, worüber diskutiert man eifrig in Forum X und welche Fragen stellen Leute auf Plattfom Y wiederholt?

    5. Auf konkrete Probleme, Missstände und Knackpunkte eingehen. Auch gut dokumentierte Themen sind inhaltlich nicht immer eindeutig positiv, sondern können Fragen hervorrufen oder je nach Person gar nicht zutreffen. Es bietet sich an solche Themen selber zu beleuchten, zu hinterfragen und/oder mit den eigenen Erfahrungswerten zu vergleichen.

    6. Rückmeldungen von Familie, Freunden und Bekannten einholen, die NICHTS mit dem Projekt zu tun haben. Was interessiert und was fragen Außenstehende?

    7. Eine Linksammlung von informativen, kontroversen, lustigen, polemischen usw. Artikeln anlegen und diese bei Bedarf für eigene Artikel als Ausgangspunkt respektive Grundlage nutzen.

    8. Was sagen Google, Affiliate-und Analyse-Programme (z.B. google.com/analytics/)? Über die eingegebenen Such-Anfragen lassen sich Rückschlüsse über Interessen ableiten. Das wiederum kann man nutzen, um sich inspirieren zu lassen.

    9. Aktuelle Nachrichten, Hinweise im Radio, Werbeflyer an einem Geschäft - Augen auf im Leben innerhalb und außerhalb des www. Man muss zu einer Art mitdenkender Reporter werden, der immer und überall an eine spannende Geschichte stoßen kann und daher "input" sucht.

    10. Statt "mainstream"-Themen nachzulaufen und daher nur ein Blogger unter vielen zu sein/werden, können Nischen-Themen eher Interesse wecken.

    11. Individuelle Erfahrungen, komische Anekdoten und Erlebnisse aus der Ich-Perspektive sind nach wie vor die populärste Art einen Blog zu befüllen. Das kann man auch so machen, sollte aber darauf achten, ob dieser Stil bei jedem Thema passt und wenn dem so ist, ob man zusätzlich individuell nachhelfen kann. Sprich, wird der Artikel vielleicht noch besser, lustiger oder ironischer, wenn ich ihn aus der Sicht meiner Katze schreibe? Hebe ich den Artikel hervor, wenn ich nicht einen ellenlangen Artikel schreibe, sondern daraus eine Mini-Serie mache? Peppe ich meinen Artikel damit auf, wenn ich einen fiktiven Dialog mit einer dritten Person führe?

    12. Nicht jeder kann und möchte persönliche Erlebnisse online verarbeiten. Solche Personen können aber eventuell lehrreiche Tutorials verfassen, Anleitungen vorstellen, ein Buch rezensieren und/oder ein aktuelles Thema dialektisch (Pro und Contra) diskutieren.



    2. Kapitel: Wie soll ich meine Artikel schreiben?


    Auf diese Frage gibt es keine einzige, ultimative Antwort, sondern ich würde sagen, es kommt auf die Mischung an. Das bedeutet:

    a) Kürzere und lange Artikel zugleich anbieten bzw. diese mischen.
    Unterschiedliche Artikellängen ziehen unterschiedliche Lese(r)typen an und sorgen auch dafür, dass Artikel nicht berechenbar und daher langweilig werden.

    b) Artikel stilistisch variieren.
    Ein stilistischer "Einheitsbrei" im Stile von SVO-Sätzen nutzt sich schnell ab. Um Neugier zu wecken und konstant zu halten, ist es sinnvoller, wenn man stilistisch variiert, bspw. humoresk, sachlich, ironisch, direkt, dann wieder indirekt schreibt.

    c) Ist ein Thema umfangreich, nicht gleich alles preisgeben, sondern durch eine Artikelserie die Spannung halten.

    d) Belebt ein Bild den Artikel? Wenn ja, dann hinein mit diesem, ebenso auch über Umfragen, Podcasts, Kundenfeedback usw. nachdenken. Beim Schreiben die BILD im Hinterkopf behalten und wie ihre Reporter für Effekte sorgen (Aufmacher-Bild, Stilmittel, Grafik-Text-Verhältnis, populistische Fragestellung...).

    e) Den späteren Leser im Blick haben.
    Man schreibt nicht für sich, sondern Leser, also: Wer sind meine Leser, wie "spreche" ich mit ihnen, was verstehen sie (nicht) und wie kann ich eventuell durch Ambiguität, Humor, Übertreibung oder Provokation weitere Leser erreichen?

    f) Auf jeden Fall und immer jeden Artikel vor dem Abschicken gegenlesen. Artikel voller Rechtschreibfehler stoßen Leser ab und vermitteln ein ungünstiges Bild vom Verfasser.

    g) Über die Literatur lernen.
    Autoren wählen je nach Genre und Intention einen bestimmten Schreibstil, erzeugen dadurch Emotionen beim Leser. Genau das kann man dann auch für Artikel nutzen. Also: Viel lesen, auf Stilmittel und Effekte achten, das dann ähnlich für die eigenen Werke einsetzen.



    3. Kapitel: Was sind absolute " No Gos"?


    - Allzu persönliche Erfahrungen und Daten, die auch Dritte involvieren (Freund/-in, Lebensgefährte/-in, Kollege/-in, Familie...). Nicht jeder möchte - direkt und indirekt - medial inszeniert werden, das also respektieren und eine klare Grenze ziehen.

    - Beleidigungen, Schmähreden, Pöbeleien usw. Alles, was Dritte öffentlich verunglimpft, gehört nicht in einen Blog. Tut man es doch, ist die Retourkutsche sicher und kann im schlimmsten Fall den Ruf komplett zerstören, den Blog sowieso.

    - Niemals private Post, E-Mails, 1:1-Kopien aus anderen Foren usw. nehmen und online stellen. Neben einer möglichsen juristischen Abmahnung zeigt man dadurch auch, dass man keine Grenze zwischen privat versus öffentlich zieht, ein schlechtes Omen für potenzielle Mitglieder der Seite.

    - "Sex sells", aber mutet speziell im Internet gerne brachial bis komplett unpassend an. Private Liebesankedoten, zweideutige Geschichten, Anspielungen auf eventuell bekannte Personen, Forenmitglieder usw. ziehen Ärger förmlich an und rücken den Betreiber in ein schlechtes Licht.

    - Selbstüberschätzung wird schnell geahndet, spätestens dann, wenn ein Experte das vermeintliche Wissen relativiert. Man kann und soll seine Meinung vertreten, aber bitte immer mit Respekt vor Dritten, ohne Arroganzanfälle und Selbstüberschätzung, denn niemand ist allwissend.

    - "Don't feed the trolls". Diese geflügelte Wendung gilt auch für Blogs. Es wird immer irgendwann diesen einen Nutzer/Leser geben, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat alles akribisch zu lesen, schlecht zu finden und das auch genau so mitzuteilen - ungebeten oder nicht. Sich darauf einstellen, dass das passieren kann, ruhig bleiben und sachlich reagieren, aber niemals auf dem Niveau des Trolls - er wird immer gewinnen.

    - Wer Copy&Paste praktiziert, sollte sich das mit dem Blog noch einmal überlegen. Entweder man schreibt selber oder nicht, "Leihgaben" Dritter fallen irgendwann auf, können rechtliche Konsequenzen haben und Unmut erzeugen. Keiner möchte die eigene Arbeit zweckentfremdet sehen, also immer auch auf Copyrightvermerke&Co. achten.

    - Lügen haben kurze Beine und im Internet ein langes Gedächtnis. Man muss zu seiner Meinung stehen, ehrlich verfassen und sich auch gegenüber Dritter erklären können, aber niemals lügen. Falsches Lob, gefakte Meinung, irreführende Bewerbung u.ä. stoßen Lesern auf und können dazu führen, dass der Blog und der Betreiber in Verruf geraten.



    4. Kapitel: Money, Money, Money


    Beim Thema Bloggen glänzen vielen Leuten die Augen, weil sie unmittelbar an Geld denken. Das heißt, mit dem eigenen Blog Geld verdienen, von zu Hause aus arbeiten, reich werden und übermorgen dann Hollywood. Solche Geschichten gibt es, aber bleiben wir realistisch, die "normalen" Blogs kommen gar nicht erst in so eine Dimension, daher besser Bescheidenheit walten lassen. Um den Traffic zu verbessern, kann man aber diese Komponenten in Erwägung ziehen:

    - SEO-Optimierung
    - Verlinkungen/Backlinks setzen
    - AdSense ggf. integrieren
    - Banner- und Partnerwerbung testen
    - Bei Produkttest-Blogs die erhaltenen Produkte z.B. über Aktionen/Wettbewerbe veräußern
    - soziale Netzwerke nutzen (Likes sammeln, werben, Partnerschaften anvisieren)



    5. Kapitel: Mein Blog = Mein Baby


    Alle Eltern empfinden ihr Kind als das schönste Kind von allen - genau das muss die Devise für den Blog sein. Damit meine ich, der Blog darf kein zusätzliches Extra sein, das man zufällig sieht oder nicht, sondern er muss rundherum gepflegt werden und wirken. Dazu gehört:

    1. Optik (Einbettung passend zur Gesamtseite bzw. dem Fokus gemäß)
    2. Struktur (Konzept und Nachvollziehbarkeit)
    3. Name (Bezeichnung passend zum Fokus/der Plattform)
    4. Details (Etwaiges Logo, Branding-Konzept, Slogan, Download-bzw. Podcast-Sektion als Zusatz)
    5. Inhalte (Vielfältige Inhalte wie Artikel, Interviews, Rezensionen, Tipps, Service...)
    6. Qualität (Informative, sauber recherchierte, stilistisch individuelle Artikel )
    7. Feedback (gezielt über Fragen, Kommentare, Newsletter, Community-Posts u.ä. Nutzer- und Lesermeinungen erfragen, um den Blog zu optimieren)







    Wem nun vor lauter Theorie der Kopf brummt, der greife flink in die Tasten und setze das Gelesene in die Tat um. Viel Spaß und Erfolg beim Bloggen und nicht verzagen. Aller Anfang ist schwer, aber mit Motivation, Fleiß und dem stetigen Üben setzt positive Routine ein und es wird leichter. :)


    Teil 3 der Blogging-Reihe: Blog(g) mir was oder Wie nutzt man einen Blog (nicht) effektiv? Teil 3


    Grüße hinterlegt

    Gabbid

    2.691 mal gelesen

Kommentare 6

  • Seele -

    Habe erst mal nur überflogen und finde es nicht schlecht. Doch ich wundere mich auch über Tipps die ich mal bekam, was gut wäre für den Blog. Die Tipps sind zum Teil ganz anders als das was hier erwähnt wurde. Tja, das heisst dann wohl den Blog deaktivieren und alles neu überarbeiten und dann keinem mehr so sehr vertrauen und glauben, wenn es um so etwas geht, denn das Konkurrenz Denken ist einfach in zu vielen Köpfen drin.

    • Gabbid -

      Ich würde nicht per se alles ablehnen, was Dritte sagen, aber alles - inklusive meiner Gedanken - überprüfen. Was in einem Blog funktioniert, funktioniert im zweiten nicht bzw. es kommt auf zu viele Details an. Man muss die Lesertypen berücksichtigen, die Erwartungshaltung, dann hat jeder seinen Schreibstil, andere Ideen und selbst mit viel Feedback ist nicht gesichert, dass man DEN idealen Blog verfasst.
      Ich bin in erster Linie analytisch-theoretisch ausgerichtet, von daher würde ich alles logisch analysieren, ein Konzept durchdenken und abwägen, ob es einen Blog braucht oder nicht. Selbst wenn mir dann z.B. 100 Leuten sagen würden, ein Gabbid-Blog wäre super, müsste das nicht bedeuten, ich setze ihn um, wenn ich ihn nicht für sinnig halte.
      Am Ende zählt der eigene Verstand, das Abwägen und dass man als Betreiber eben auch abklärt, ob man genug Zeit, Ideen und Motivation für einen Blog hat. Was Dritte sagen, ist sekundär, ich würde die Gewichtung also nicht überbewerten.

      In deinem Fall würde ich dann tatsächlich noch einmal überlegen, ob es den Blog für die Plattform braucht, denn ich glaube, die Seite würde sich mit oder ohne Blog nicht ändern. Ohne deine Bemühungen zu schmälern, Seele, aber ich glaube die Knackpunkte deiner Plattform liegen in anderen Bereichen und der Außenwirkung, weniger an Details wie dem Blog. Insofern könnte es sinnvoll sein eher das Gesamtkonzept zu hinterfragen und wirklich noch einmal zu durchdenken, gar anzupassen und zugleich abzuspecken, als an einem Detail herumzuwerkeln. Das wäre dann gefühlt "Flickschusterei", würde die Plattform als solche aber nicht essentiell verändern, glaube ich.

      Das Konkurrenzdenken Dritter wird man nie abschaffen können, aber warum überhaupt Energie an solche Drittprojekte verschwenden? Du hast dein Projekt und solltest dich darum kümmern, was Dritte tun und denken - ist ihre Sache?!

  • EM_Jott -

    "Futter" zum ausdrucken :)

    • Gabbid -

      Ja, etwas mehr Futter, fürchte ich, aber wenn es Anregungen und Tipps liefert, soll es das wert gewesen sein. :)

      Als "Planer" und theoretischer Geist schätze ich selber das genaue Abwägen, vielleicht auch daher, weil ich viele praktische Umsetzungen nicht ideal finde oder eben besagte Faux pas sehe. Bevor andere Leute eventuell an die selbe Stelle kommen oder es zu spät ist etwas zu ändern, lieber vorab konstruktiv diskutiert und noch einmal nachgedacht.

      Am Ende entscheidet sowieso jeder selber, aber wenn auch nur ein Gedanke gut war und eine Person dachte "DAS muss ich noch einmal überprüfen", dann war der Artikel nicht verkehrt, denke ich.

  • jacboy -

    Sehr informative Reihe zum Thema Blog. Bringt mich dazu, mein Konzept noch einmal zu überdenken :)

    • Gabbid -

      Dann freut es mich bzw. war die Reihe nicht umsonst.

      Viel Erfolg und Spaß beim Überdenken und wenn sich weitere Fragen oder Tipps ergeben, einfach notieren, es kann anderen Lesern auch helfen.